Ist Matcha in der Schwangerschaft erlaubt?

Matcha Tee erfreut sich als „gesunde“ Alternative zu Kaffee immer größerer Beliebtheit. Nicht erst seit Attila Hildmanns Buchreihe zum Veganen Lebensstil ist der japanische Tee unter Veganern beliebt, wenn die Veröffentlichung der Kochbücher und diverse Webekampagnen auch entscheidend zur Bekanntheit beigetragen haben. Doch nicht nur Veganer, sondern auch „normale“ Gesundheitsbewusste und Liebhaber von Tee ziehen das giftgrüne Getränk einem Kaffee vor. Wird Frau dann aber schwanger, stellt sich die Frage, ob der gewohnte Matcha wirklich bedenkenlos konsumiert werden darf, oder ob er für das ungeborene Kind sogar schädlich sein kann.

Gesundheitliche Aspekte des Matcha Tees

Der japanische Tee enthält einen Stoff, dem einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt werden: das Antioxidans Epigallocatechingallat, oder kurz „EGCG“. In Studien ergaben sich erste Hinweise darauf, dass dieses Antioxidans gewisse Proteine aufbrechen kann, die für Alzheimer verantwortlich gemacht werden. Zudem kann es den Zelltodbei Tumoren auslösen und wirkt somit gegen Krebs. Zudem kann es auch präventiv im Hinblick auf Krebs wirken. Die Betonung liegt dabei stets auf „kann“. Die Effekte wurden in wissenschaftlichen Studien eindeutig nachgewiesen, allerdings nur im Reagenzglas. Verlässliche Studien am Menschen fehlen derzeit noch. Fakt ist jedoch, dass Matcha das Antioxidans EGCG enthält, das zumindest nicht schädlich für den menschlichen Körper ist.

Auswirkungen auf den Eisenspiegel

Matcha Tee enthält eine gewisse Menge Koffein, die bei einer Tasse Tee etwa der Menge an Koffein in einem Espresso entspricht. Leider ist Koffein dafür bekannt, dass es die Resorption von Eisen im Körper hemmt. Da Schwangere Frauen verstärkt auf einen ausreichend hohen Eisenspiegel achten sollten, kann sich hier ein Problem ergeben. Oft wird ihnen daher dazu geraten, den Tee nicht direkt mit dem Frühstück oder einer anderen Mahlzeit zu verzehren, sondern ihn besser „zwischendrin“ einzuplanen. Wer zur Unterstützung des Eisenhaushaltes Präparate einnimmt, sollte diese zudem mit möglichst großem, zeitlichen Abstand zum Genuss des grünen Tees einnehmen.

Matcha Tee und Folsäure

Wie steht es nun mit der Folsäure, einem weiteren wichtigen Stoff, der gerade in der Schwangerschaft in ausreichender Menge vorhanden sein sollte? Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft, ist Folsäure entscheidend, für die gesunde Entwicklung des Babys. Um diese nicht zu beeinträchtigen, sollte Koffein nur in Maßen getrunken werden. Für schwarze oder grüne Tees gilt, dass 6-8 Tassen am Tag die Höchstgrenze sind. Besser ist es jedoch, wenn man weniger trinkt, gerade weil der Koffeingehalt bei Naturprodukten schwanken und dementsprechend auch einmal höher ausfallen kann.

Koffein oder nicht?

Bleibt noch die wichtigste Streitfrage: Darf in der Schwangerschaft überhaupt Koffein aufgenommen werden? Hierzu gibt es keine klaren Aussagen. Einige raten zu einem mäßigen Genuss, andere zu einem völligen Verzicht. Als Entscheidungshilfe für werdende Mütter gibt es zwei Leitlinien. Zum einen ist da die offizielle Empfehlung der WHO, dass die tägliche Höchstgrenze von 300 mg Koffein am Tag nicht überschritten werden sollte. Das würde in etwa zwei bis drei Tassen des japanischen Tees entsprechen. (Skandinavische Länder und die USA gehen sogar noch einen Schritt weiter und senken diesen Richtwert auf 200 mg.) Zum anderen gilt wie bei vielen Aspekten in der Schwangerschaft: Das eigene Gefühl entscheidet! Als werdende Mutter in sich hineinzuhören und das eigene Befinden zu beobachten ist oft mehr wert als jede wissenschaftliche Empfehlung.